Spanien: Repsol bohrt nicht nach Öl vor Lanzarote

Bohrinsel in Spanien

Der spanische Ölkonzern Repsol hat heute bekannt gegeben, dass das Vorhaben vor den kanarischen Inseln nach Öl zu bohren umgehend aufgegeben wird.

Ein Sprecher des Unternehmens sagte hierzu heute, dass es zwar Öl und Gas vor der Küste geben würde, jedoch seien diese Vorkommen von so schlechter Qualität und so geringer Menge, dass sich eine Forderung wirtschaftlich nicht rechne.

Damit löst sich auch ein seit Monaten schwelender Konflikt zwischen der Zentralregierung in Madrid und der Lokalregierung der Kanarischen Inseln von selbst auf. Die Regionalregierung hatte sogar schon ein Rerendum geplant und ist vor Gericht gezogen. Laut Umfragen seien nämlich drei Viertel der Einwohner der kanarischen Inseln gegen das Vorhaben vor der Küste nach Öl zu bohren. Das Gericht schmetterte die Klage jedoch ab. Die Begründung: Alle Bedenken und Risiken seien rein theoretisch. Außerdem könne Spanien in Zeiten der Wirtschaftskrise neue Einnahmen gut gebrauchen. Repsol erhielt also die Konzession.

Keine weiteren Ölbohrungen

Die Wahrscheinlichkeit wirklich brauchbare Ölvorkommen zu finden, wurde von Repsol im Vorfeld mit 15% bis 20% beziffert. Die Proben wurden circa 60 Kilometer vor Lanzarote entnommen und für schlecht befunden. Aufgrund dieser Ergebnisse wird Repsol auch von den weiteren zwei Konzessionen für Gebiete in der Nähe keinen Gebrauch machen. Die Wahrscheinlichkeit dort bessere Resultate zu erlangen geht gegen Null.

Die Sondierung habe ergeben, dass sowohl Öl-, als auch Gasvorkommen nur in geringer und zudem noch schlechter Qualität vorhanden seien. Dies veranlasst das Unternehmen Repsol dazu sein Forschungsschiff Rowan Renaissance wieder zurück nach Angola zu schicken. In Angola wird zur Zeit ebenfalls nach Öl und Gas im Ozean gesucht.

Repsol erklärte, dass am 11. Januar die Bohrtiefe von 2.211 Metern erreicht wurde. 882 Meter davon seien die Meerestiefe gewesen. In dieser Tiefe konnten keine brauchbaren Proben entnommen werden, sodass das Projekt abgesagt wurde. Insgesamt haben an diesem Projekt 750 professionelle Ölbohrspezialisten teilgenommen. 50 teilnehmende Unternehmen haben laut Repsol für “maximale Sicherheitsstandards und Respekt für den Naturschutz gesorgt”, so Repsol weiter.

Bedauern in Madrid – Jubel auf den Kanaren

Das Unterfangen vor den kanarischen Inseln nach Öl zu suchen ist dadurch endgültig gescheitert. Ursprünglich wollte Repsol nach erfolgreicher ersten Bohrung unverzüglich eine zweite Probebohrung weiter südlich vornehmen. Dazu wird es nun nicht kommen.

Bei den Einwohnern der kanarischen Inseln löste diese Meldung am Freitag Jubelstimmung aus. Auch für Urlauber gibt es gute Nachrichten. Strandurlaube müssten nun nicht mit der Aussicht auf einen Bohrturm gebucht werden. Die Zentralregierung in Madrid hingegen äußerte sich mit Bedauern. Spanien habe ein Defizit an eigenen Energievorkommen und sei auf eigene Ölbohrungen angewiesen. So mache man sich nicht zu sehr von anderen Staaten abhängig.






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