Spaniens Wege aus der Krise

Sonnenuntergang Andalusien

Es mehren sich die Anzeichen, als hätten die Spanier Grund zur Freude. Das seit Jahren von einer Wirtschaftskrise gebeutelte Land darf auf positive Effekte eines wieder erstarkenden Tourismus setzen.

Sicher auch begünstigt durch politische Turbulenzen in anderen Urlaubszielen hat Spanien im vergangenen Jahr mehr Touristen angelockt als je zuvor. Das Rekordjahr 2013 konnte nach einem erneuten Zuwachs von 7,1% im vergangenen Jahr deutlich überboten werden. Insgesamt durfte Spanien 64,99 Millionen Gäste verzeichnen. Mit diesem Wert nimmt Spanien hinter Frankreich, den USA und China weltweit den 4. Platz ein.

Auch wenn die Pro-Kopf-Ausgaben der ausländischen Urlauber im Jahr 2014 leicht zurückgingen, so konnten doch die Tourismus-Einnahmen des Jahres 2013 von 59 Milliarden Euro mit ca. 63 Milliarden Euro deutlich gesteigert werden. Und diese Entwicklung ist deshalb so erfreulich, weil der Tourismus-Sektor in Spanien mit etwa 11% zum BIP (Brutto-Inlands-Produkt) beiträgt. Der Vergleichswert für Deutschland liegt bei etwa 4,7 %.

Großbritannien vor Frankreich und Deutschland

Nach Angaben des Ministeriums für Tourismus nimmt Großbritannien mit 15,0 Millionen Besuchern (einem Plus von 4,7% gegenüber 2013) nach wie vor die Spitzenstellung ein. Es folgen Frankreich mit 10,6 Millionen (plus 11%) und Deutschland mit 10,4 Millionen (plus 5,7%). Zusammen stellen diese drei Nationen über 50 % der Urlauber in Spanien. Die größten Zuwächse (alle über 10 %) verzeichnen jedoch die Länder Italien, Belgien und Portugal. Demgegenüber hinterlässt die wirtschaftliche Entwicklung in Russland deutlich Bremsspuren. Hier musste mit 1,4 Millionen Besuchern ein Minus von 10,3 % hingenommen werden.

Es profitieren aber nicht alle spanischen Urlaubsregionen in gleichem Maß von diesem positiven Trend. Die stärkste Magnetwirkung auf ausländische Besucher entfaltete – auch dank des „Hauptstadteffekts“ von Barcelona – die Region Katalonien mit 15 Millionen Gästen. Auf Position zwei und drei folgen die Balearen (11,1 Millionen) und die Kanaren mit 9,1 Millionen. Auch wenn Spanien ein reichhaltiges Kulturangebot vorweisen kann: 75 % der Touristen geben an, von Sonne und Strand angelockt worden zu sein.

Andalusien setzt auf ausländische Touristen

Gut abgeschnitten haben im vorigen Jahr auch die spanischen Urlaubsregionen (z.B. Andalusien), die in der Vergangenheit vor allem dem heimischen Tourismus ihre Blüte verdankten. Diese sind jetzt stärker als vorher auf ausländische Touristen angewiesen, denn noch immer sind die Spanier selbst mehrheitlich nicht in der Lage, Urlaube in einem Ausmaß vorzusehen, wie dies vor den Krisenjahren der Fall war.

Zu diesen vom Massentourismus weitgehend verschont gebliebenen Regionen gehört die Costa de la Luz („Küste des Lichts“). Das vielerorts noch fast unberührte Paradies mit seinen breiten und hellen Sandstränden, seinen Naturschutzgebieten, darunter Donana, der größte Nationalpark Spaniens, war und ist eine bevorzugte Urlaubsdestination des spanischen Mittelstands.

Deutsche Start-Ups setzen Impulse

Fasziniert vom Glanz des Lichts dieser Region wollen deutsche Start-Ups mit ihren Aktivitäten Impulse setzen, um zusätzlich ausländische Gäste für einen sanften Tourismus zu gewinnen.

Mit ihrem neu gegründeten Unternehmen www.spanischleben.de möchte Ricarda Mühlhausen, seit vielen Jahren in Spanien als Sprachlehrerin tätig, didaktisch neue Wege beschreiten. Sie bietet einwöchige Sprachkurse in El Puerto de Santa María, einer kleinen Hafenstadt zwischen Cádiz und Jerez de la Frontera an. Die Kurse sind didaktisch in der Weise angelegt, dass an den Vormittagen jeweils typische Alltagssituationen zum Inhalt einer fremdsprachlichen Vorbereitung gewählt werden. Befördert durch einen kurzen Einprägungsprozess können die Kursteilnehmer dann an den Nachmittagen unter Einbeziehung lokaler Gesprächspartner den jeweiligen Lebenssachverhalt konkret erleben.

Spracherlebnisse statt Sprachkurse

Das Spektrum der Spracherlebnisse reicht vom Knüpfen erster Kontakte im Dialog, über den Einkauf auf einem der typischen Märkte der Region, der Verständigung im Restaurant, der Erkundung einer Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten, bis hin zur Verhandlung mit Maklern und Behörden. Auch ein Erfahrungsaustausch mit Deutschen, die die Region zu ihrer Wahlheimat erkoren haben, steht auf dem Programm.

Ricarda Mühlhausen setzt mit ihrem Konzept auf Erlebniswerte, die sich aus dem direkten Kontakt mit den Menschen der Region ergeben, die in den behandelten Themenfeldern arbeiten. Die Kursteilnehmer sollen soweit als irgend möglich in den spanischen Alltag integriert werden. Ein sicher motivierender Ansatz, der zudem hilft, der Region weitere Touristen zuzuführen und Arbeitsplätze zu schaffen.

Termine:
13. – 18. April 2015
06. – 13. Juni 2015

Kontakt:
Ricarda Mühlhausen
Tel: 0034 691 930 892 / 0049 (0) 157 38 250 683
Email: info[ÄT]spanischleben.de
Web: www.spanischleben.de






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