IS-Zellen in Spanien und Marokko zerschlagen

IS_Terrorzelle_Spanien_Marokko_dpa

Zehn mutmaßliche Dschihadisten wurden am Sonntag in Spanien und Marokko festgenommen. Sie werden beschuldigt, Kämpfer für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeworben zu haben, um die IS-Miliz in Syrien und im Irak zu stärken.

Bei einem gemeinsamen Einsatz der Sicherheitskräfte in Spanien und Marokko konnte am Sonntag eine Terror-Zelle zerschlagen werden. Die zehn Verdächtigen sollen Kämpfer für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und Syrien rekrutiert haben. Vier der mutmaßlichen Mitglieder der Zelle wurden in den spanischen Stätten von Toledo, Barcelona und Valencia festgenommen. Darunter zwei Frauen, ein Marokkaner und ein zum Islam konvertierter Portugiese. Dabei konnten Beweise für die Absichten der Verdächtigen sichergestellt werden. Im marokkanischen Casablanca gab es sechs Festnahmen. Das spanische Innenministerium hat bekannt gegeben, dass die Verdächtigen einem “Netzwerk zur Rekrutierung, Indoktrinierung und Entsendung von Kämpfern” für die IS-Miliz in Syrien und dem Irak angehören. Die Anwerber haben einen direkten Kontakt zu der Terrormiliz in Syrien und im Irak unterhalten.

Hintergrund

Seit 2003 beherrscht und unterdrückt die kriminelle und terroristische Vereinigung “Islamischer Staat” (IS) die Bevölkerung in großen Gebieten im Irak und in Syrien und kleineren Gegenden in Libyen. Nach militärischer Eroberung eines zusammenhängenden Terrains im Nordwesten des Iraks und im Osten Syriens rief der IS am 29. Juni 2014 einen als Kalifat bezeichneten Staat aus. Dieses theokratische Staatsmodell stellt eine islamische Regierungsform dar, bei der die Führerschaft des Kalifen den geistigen und weltlichen Machtbereich umfasst. IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi regiert das Kalifat nach seinen eigenen Vorstellungen von einem „Islamischen Staat“ als selbsternannter Kalif. Um seinen Staat aufzubauen werden in den vom Bürgerkrieg gebeutelten Gebieten, Frauen und Mädchen versklavt, Männer enthauptet und Jungen zu radikalen Soldaten ausgebildet. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen gehen von 2500 bis 7000 Verschleppten aus und bezichtigen den IS des Versuches eines Genozids an den Jesiden. Finanziert wird der aufstrebende Staat von Superreichen, durch den Verkauf von geraubten archäologischen Artefakten und Erpressungen. Die Organisation war und ist in verschiedenen Staaten aktiv und beschäftigt sich unter anderem mit der Anwerbung von Mitgliedern, verübt Bombenanschläge und ist im eigenen Interesse an Bürgerkriegen beteiligt. Der UNO-Sicherheitsrat und mehrere Regierungen haben den IS als terroristische Vereinigung eingestuft.

Foto: dpa






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