Busunglück in Tarragona: Opfer trugen keine Sicherheitsgurte

Wohl keine der bei dem tragischen Busunglück am vergangenen Sonntag in Tarragona tödlich verunglückten Studentinnen hatte ihren Sicherheitsgurt angelegt. Dieser Umstand ergibt sich aus Erklärungen der Rettungskräfte, die als erste am Unfallort eintrafen. 

Der am vergangenen Sonntag verunglückte Bus verfügte über die vorgeschriebenen Sicherheitssysteme, dies teilte der katalanische Innenminister Jordi Jané bereits einen Tag nach dem Unglück mit. Ein einfacher Handgriff hätte vielleicht Menschenleben retten können, doch offenbar hatten die tödlich Verunglückten den Sicherheitsgurt nicht geschlossen, obgleich dies gesetzlich vorgeschrieben ist.

Am gleichen Tag des Unglücks endet eine einwöche Kampagne der Dirección General de Tráfico (DGT – Straßenverkehrsamt), in der spanienweit rund 400.000 Fahrzeuge hinsichtlich der Benutzung des Sicherheitsgurtes kontrollliert wurden. Fast 2.800 Personen wurden wegen Mißachtung dieser Vorschrift angezeigt. Ein Großteil der Fahrer war auf Landstraßen unterwegs, auf denen 8 von 10 tödlich Verunglückten zu beklagen sind.

DGT testet neue Kamaras

Über den gleichen Zeitraum testete die DGT an den Schnellstraßen A1, A2 und A3 in Madrid drei Spezialkamaras, die ebenfalls zur Kontrolle über das Benutzen der Sicherheitsgurte eingesetzt wurden. Das Ergebnis dieser Kamaras wurde bei Abschluss der Kampagne nicht berücksichtigt, da sich diese noch in der Testphase befinden. Die stichprobenhafte Auswertung der Kamaras ergab jedoch, dass etwa 2 Prozent der Fahrer ohne Sicherheitsgurt unterwegs waren. Diese Zahl liegt deutlich unter dem von der DGT geschätzten Durchschnitt und lässt sich dadurch erklären, dass die Parameter der Kamaras in dieser Testphase noch angepasst werden sollen und nur eindeutig erkennbare Vergehen weitergeleitet wurden. Im Laufe des Jahres sollen 270 dieser Kamaras auf Landstraßen und anderen Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen eingesetzt werden. Die von den Kamaras aufgenommenen Fotos werden telematisch an das Centro Estatal de Tramitación de Denuncias Automatizadas (Estrada = Staatliches Zentrum zur Bearbeitung automatisierter Anzeigen) in Leon geschickt, wo dieser Tatbestand überprüft wird. Anschließend wird dem Fahrzeughalter die entsprechende Anzeige zur Feststellung des Fahrers zugestellt.

Offenbar sind diese Kontrollen erforderlich. Im Jahr 2014 hatten 24 Prozent der tödlich Verunglückten den Sicherheitsgurt nicht benutzt. Im Fall eines Unfalls verringert sich das Risiko, bei diesem das Leben zu verlieren, um die Hälfte. Insbesondere auf den Rücksitzen wird oft darauf verzichtet den Gurt anzulegen. Auch im Stadtverkehr wird dies gerne vernachlässigt und nach Daten der DGT nimmt die Nutzung des Sicherheitsgurt mit der Einwohnerzahl ab, das bedeutet je kleiner die Ortschaft, um so weniger scheinen wir uns an den Sicherheitsgurt zu erinnern.

 

 

 






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