Abschied vom König des Essigs aus Jerez

Bodega

Der Essig mit Herkunftssiegel aus Jerez verliert seinen König. Antonio Páez Lobato stirbt im Alter von 93 Jahren in seiner Heimatstadt Jerez de la Frontera. Er machte den Essig aus Jerez weltberühmt und war der Erste in der Provinz, der auf den Anbau von Rot- und Weißwein außerhalb des Sherry-Dreiecks setzte.

Der Essig aus Jerez ist, wie sein Wein durch ein Herkunftssiegel geschützt, welchen er 1995 erhielt und zum Ersten von Spanien für dieses Produkt zählt. Seit 2000 ist für seinen Schutz die gleiche Kontrollbehörde „Consejo Regulador” zuständig, wie für den Sherry-Wein.

Auch wenn die Anfänge der Essigherstellung in der Provinz gleichziehen mit der Geschichte des Weines, um 3000 vor Christi Geburt, wurde dem Essig in Jerez jedoch erst einmal keine große Bedeutung beigemessen. Zu Beginn beunruhigte die Winzer, die Weinfässer, die einen zu hohen Säuregehalt aufwiesen und man trennte sie vom eigentlichen Wein, so alterte der Essig erst einmal unbeabsichtigt weiter nach dem Solera-Reifungsprozess, das im Sherry-Dreieck üblich ist. 

Antonio Páez Lobato – El rey del Vinagre

Antonio Páez Lobato erbte von seinem Vater einen kleinen Tabanco (Weinverkaufsbar aus Jerez), wo seit 1910 schon ein kleiner Bestand an reifende Essige existierte. Aufgewachsen mit der Weinkultur und Weinherstellung widmete er sein Leben diesem Gebiet und begann 1945 den Essig aus Jerez zu kommerzialisieren. Er kaufte von anderen Winzern den sauren Wein auf und vergrößert seinen Bestand und erweitert den Reifungsprozess, um einen qualitätsvollen Essig zu erhalten, der heute als Referenzprodukt in den besten Restaurants der Welt vertreten ist. Der Journalist Pepe Contreras bezeichnete ihn in einer Reportage einmal, als „el Rey del Vinagre“ (der König des Essigs), dessen Titel ihm haften blieb, wusste er doch die Qualität vom Vinagre de Jerez von Beginn an zu schätzen.

Er gründet ebenfalls eine Küferei „Antonio Páez Lobato S.A.“, die erst einen kleinen Bestand handwerklich erarbeitete und verkaufte und heute auf internationale und nationale Kunden bauen kann, wie den Weinanbaugebieten von: Rioja, Ribera de Duero, Toro und Ländern, wie Japan, Großbritannien, USA, Irland und Portugal.

Der Unternehmer Páez folgte weiter seinen innovativen Geist und erstand in den 70er Jahren das Weinanbaugebiet La Vicaría in Arcos de la Frontera, wo 1977 der Rotwein „Viña Lucía“auf dem Markt gebracht wurde und 1981 die Weißwein mit der Marke „Tierra Blanca“.

Antonio Páez heiratete früh seine Kindheitsliebe, Josefa Morilla Nuño, mit der er neun Kinder hatte. Seine Frau verstarb bereits im Jahr 2000 und er folgte ihr gestern im Morgengrauen. 

2015 erhielt er von seiner Heimatstadt Jerez eine Auszeichnung für seine Dienste, die unvergesslich bleiben werden.

Wer mehr über den Essig aus Jerez erfahren möchte, besucht am besten die offizielle Webseite „ www.vinagredejerez.org“, die auch in englischer Sprache geschaltet werden kann und neuste Informationen, Rezepte, sowie Händlerinformation bietet. Informationen vom Viangre de Jerez aus den Weinkellern von Páez Morilla erhalten sie hier: www.bodegaspaezmorilla.com

Foto: Diana Steffens



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