Wandern an der Steilküste von Barbate nach Los Caños de Meca

Barbate_Headder_Panorama

 

 

Barbate

Barbate ist ein kleiner Fischerort an der Costa de la Luz und war schon zu römischer und maurischer Zeit besiedelt. Überreste aus dieser Zeit findet man dort heute nicht mehr, jedoch ein modernes Stadtzentrum. Der Rathausplatz Plaza de la Inmaculada und die Hauptstraße Avenida de la Mar sind neben dem Strand die Hauptattraktionen. Im Hochsommer besuchen hauptsächlich spanische Touristen den Ort. Barbate ist für den Fischfang bekannt und hat einen verhältnismäßig großen Hafen. Noch heute wird hier neben dem industriellen Fischfang nach der traditionellen Alhambramethode Thunfische gefangen. Verarbeitet werden die Fänge vor Ort und entweder als Konserven oder als luftgetrocknete und gesalzene Salazones, gelegentlich als geräucherte Ahumados haltbar gemacht. Frische Sardinen, Sardellen, Makrelen und die Zahnbrassenart „Urta“ stehen das ganze Jahr über auf den Speisekarten der Restaurants und Bars und sind bei einem Besuch ein absolutes Muss.

Wanderroute „Sendero del Acantilado“

Die wunderschöne geografische Lange von Barbate lädt zum Wandern an den Steilküsten ein. Hinter dem Hafen laufen wir am Strand entlang, mit dem Meer auf der linken Seite, auf die Küstenhänge zu. Der Wanderweg ist mit der Bezeichnung „Sendero del Acantilado“ ausgeschildert. Am Anfang der Küste wenden wir uns nach rechts ins Landesinnere (36°11’11.6″N 5°56’45.1″W), um den Zugang zum Hauptweg zu erreichen. Wir laufen ein kleines Stückchen den Weg entlang, vorbei an einigen Pinien, um den nächsten Sandweg nach links einzuschlagen (36°11’16.7″N 5°56’40.6″W) und treffen dann auf den Zugang zum Hauptweg (36°11’18.7″N 5°56’42.3″W), welchen wir links wieder zum Meer hin folgen. Dieser Weg, der anfangs noch kein fester, sondern sandiger Untergrund ist, mündet in den Hauptweg, welcher uns an der Küste entlang zum Torre del Tajo führt. Wer nicht am Strand entlang laufen möchte, kann sein Auto auch in einer der sandigen Parkbuchten (36°11’17.5″N 5°56’38.8″W) am Zugang abstellen oder seine Route auf festem Boden (36°11’26.1″N 5°56’36.8″W) an der A-2233 beginnen.

Der Hauptweg hat eine sanfte Steigung und ist somit auch für Kinder und ungeübte Wanderer leicht zu meistern. Während wir auf der linken Seite den weiten Blick über das Meer bis zu den Bergen Marokkos genießen können, gibt es auf der rechten Seite viel zu entdecken. Die Pinienwälder mit ihrem entspannendem Duft und ihrer satten grünen Farbe weichen langsam den grauen Felsen und dem Duft von wildem violett blühendem Rosmarin. Besonders interessant für Kinder sind die verschiedenen Gesteins- und Erdschichten. Es lohnt sich auch ein Fernglas mitzunehmen, um die verschiedenen Vogelarten in den Felshöhlen ausfindig zu machen. Hier und da finden wir die indische Feige (Opuntia ficus-indica) ein Kaktus, dessen orange-rote Früchte genießbar sind. Aber Vorsicht beim ernten, die feinen Stachel sind sehr unangenehm. Die Früchte lassen sich am besten auslöffeln und schmecken säuerlich-süß.

Nach ca. einer Stunde erreichen wir den Torre del Tajo. An der Küste öffnet sich unser Blick zum Meer. Neben Barbate und Nordafrika können wir die wunderschöne Steilküste und die Felsen im Meer unter uns bewundern. Rechts vom Turm gibt es kleinere verzweigte Wege direkt an der Klippe, die einen guten Platz zum Rasten bieten. Auf dem Meer können wir die großen Frachtschiffe beobachten, die durch die Meeresenge von Gibraltar fahren. In der Steilküste unter dem Torre haben sich Tauben eingenistet, welche mit den Möwen und kleineren Vögeln im Wind zu stehen scheinen.

Der Hauptweg wird je weiter wir uns vom Torre del Tajo entfernen immer sandiger und verliert an Festigkeit. Wer nicht so gut zu Fuß unterwegs ist, sollte jetzt umdrehen und den Rückweg antreten. Bis zum Örtchen Los Caños de Meca wandern wir ca. eine Stunde durch die Pinienwälder, währenddessen wird der Blick auf das Meer immer seltener. Als Orientierung auf dem letzten Stück der Wanderroute finden wir Holzpflöcke mit jeweils einem weißen und grünen Ring (SL-A-111) und natürlich das Rauschen des Meeres. Auf dem letzten Stück weicht der Pinienwald immer mehr dem sandigen Boden. Die Bäume neigen sich wettergegerbt durch die kräftigen Winde. Unter uns befindet sich nun der Strand und vor uns können wir schon das Dorf Los Caños de Meca erblicken (36°10’59.3″N 6°00’03.6″W). Hier laden Restaurants und ein Besuch am Strand ein.

Los Caños de Meca

Los Caños de Meca war einst ein Hippie Paradies, dann entstanden Villen und später kleine Urbanisationen. Wunderschöne Strände zieren die Küste und noch heute gibt es einen kleinen Nacktbadestrand. Mitte Juli bis Ende August, in der spanischen Urlaubssaison ist der Ort recht belebt. Dann eröffnen viele Bars und Discos. Außerhalb der Saison ist es ruhig in Caños. Am östlichen Ende der Hauptstraße Pago Los Caños de Meca gelangt man vorbei am Nacktbadestrand und kleinen Buchten in etwa einer halben Stunde Fußweg zu den kleinen Wasserfällen (Caños), welche dem Ort seinen Namen geben. Vorher sollte man sich jedoch über die Gezeiten erkundigen, um den Rückweg antreten zu können.

Eckdaten der Wanderroute

Die reine Wanderzeit beträgt ca. 3,5 bis 4 Stunden von Barbate über den Aussichtspunkt Torre del Tajo bis zu dem Ort Los Caños de Meca und zurück. Wer langsam läuft und Pinienkerne sammelt, muss mehr Zeit einplanen. Dafür ist es ratsam, die Wandertour vormittags zu beginnen. In Barbate und Caños sind die einzigen Einkehrmöglichkeiten, daher dürfen Trinkwasser, Snack und Sonnenschutz nicht fehlen. Wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, sollte den Einstieg an der A-2233 (36°11’26.1″N 5°56’36.8″W) wählen und nur so weit laufen, wie es angenehm ist. Schließlich ist die Wanderroute kein Rundwanderweg, daher kann die Tour auch von Los Caños de Meca (36°10’59.3″N 6°00’03.6″W) begonnen werden.