Misswirtschaft in Andalusien: Hotels bleiben geschlossen

Hotel Diufain Conil

An der Küste Andalusiens sind derzeit noch 44 der großen Hotels geschlossen. Fünf hiervon liegen in der Provinz Cádiz. Zu Saisonbeginn 2016 stehen fast 18.000 Hotelplätze weniger zur Verfügung als vor Beginn der Krise.

Wie der spanische Gewerkschaftsbund Comisiones Obreras (CCOO) vor einigen Tagen mitteilte, sind an der Küste Andalusiens derzeit noch 44 der großen Hotels geschlossen. Der Großteil hat die Saison noch nicht eröffnet. Andere Hotels jedoch – 14 an der Zahl – sind trotz des touristischen Rekordjahres 2015 und der guten Belegung in der Osterwoche wegen arbeitsrechtlicher Konflikte oder Problemen in der Betriebsführung geschlossen. Wie der Gewerkschaftsbund weiter mitteilte, bedeutet dies, dass das Angebot an Hotelbetten an der andalusischen Küste im Vergleich zu den Jahren vor Beginn der Krise, in denen zum gleichen Zeitpunkt bereits alle Hotels der Küstenprovinzen geöffnet waren, um 17.600 zurückging. Dies ist gleichbedeutend mit dem Verlust von 4.600 Arbeitsplätzen im Hotelsektor.

In der Provinz Cádiz sind fünf Hotels betroffen. Eines hiervon, das Iberostar Andalucía Playa in Chiclana, befindet sich derzeit noch im Umbau, um den Aufstieg von vier zu fünf Sternen zu erreichen und wird voraussichtlich noch im April seine Türen öffnen. Drei weitere Hotels befinden sich im Konkurs und eines, das Hotel Prestige Palmera Plaza in Jerez, schloss bereits vor einigen Monaten unerwartet. Nach Berechnung des Gewerkschaftsbundes CCOO beginnt die Saison in Cádiz dadurch mit einem um 2.500 Hotelbetten reduzierten Angebot, gleichbedeutend mit einem Verlust von 400 Arbeitplätzen.

CCOO verlangt eine Lösung für die vierzehn Hotels, die laut dem Gewerkschaftsbund aufgrund der Misswirtschaft in Andalusien derzeit geschlossen sind und deren Eigentümer überwiegend mit dem Immobiliensektor in Verbindung stehen. Es sei unglaublich, dass Andalusien zu einem Zeitpunkt, zu dem stets ein wichtiger Anstieg der Besucherzahlen zu verzeichnen ist, auf 17.600 Hotelbetten verzichtet, erklärte Gonzalo Fuentes, Leiter für institutionelle Politik des Dienstleistungsverbandes. Man müsse auf Projekte setzen, die die Vielfalt der in Andalusien bestehenden Produkte wiederspiegelten, um dadurch auch die Saisonabhängigkeit zu bekämpfen, so Fuentes weiter.

Der positivste Fall in der Provinz Cádiz dürfte das Iberostar Andalucía Playa in Chiclana sein. Seit einigen Monaten finden in diesem Umbauarbeiten für den Aufstieg vom vier zum fünf Sterne Hotel statt, die in den nächsten Tagen abgeschlossen werden. Seinerzeit hatte die städtische Abgeordnete für Städtebau und Tourismus Ana González diese Änderung der Klassifizierung bereits als gute Nachricht für Chiclana und die Provinz Cádiz generell bezeichnet und versichert, dass diese Verbesserung des Hotelangebots Chiclana helfen würde, als Reiseziel weiter an Bedeutung zu gewinnen. Um die neue Klassifizierung zu erreichen, wurden alle Zimmer des Iberostar Andalucía Playa komplett renoviert. Das gleiche gilt für die Badezimmer, die im Fall der Suites zusätzlich erweitert wurden. Zudem wurden die Gemeinschaftszonen und die Lobby Bar neu gestaltet und ein neues thematisches Restaurant sowie zwei neue Schwimmbäder geschaffen.

Zu den weniger positiven Fällen auf der Liste der CCOO zählen zweifellos unter anderem das Fair Play Golf in Benalup, das Duques de Medinaceli in El Puerto de Santa María und das Colón Costa Ballena in Rota. Das Schicksal dieser Geisterhotels liegt in den Händen von Konkursverwaltern und die ehemaligen Angestellten warten auf Investoren, die bereit sind diesen Hotels zu altem Glanz zu verhelfen. Das ehemalige fünf Sterne Hotel Palmera Plaza in Jerez, das im Jahr 2014 von seinen Besitzern verlassen und in den Folgemonaten nach und nach geplündert wurde, ist seitdem Obdach für Ratten und Okupas.

In der Zwischenzeit hat der Frühling 2016 begonnen und mit diesem werden wieder zahlreiche Touristen in Andalusien erwartet. In den genannten Hotelkomplexen jedoch bleiben die Türen bis auf weiteres geschlossen. Es bleibt auf die nächsten und hoffentlich besseren Nachrichten für den Tourismussektor zu warten.



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