Das Haus des Leuchtturmwärters

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Das ehemalige Fischerdorf Sancti Petri erhält neue Impulse. Noch erscheint es als Baustelle, doch bald wird das alte Haus des Leuchtturmwärters in neuem Glanz erstrahlen, wenn sich die Türen des zukünftigen Restaurants und Informationszentrum öffnen und eine neue Ära des Hauses beginnt, welches die Zukunft des Dorfes positiv stimulieren könnte.

Sancti Petri bedeutet Heiliger Petrus, obwohl die treffendere Bedeutung „Heiliger Stein“ wäre, befand sich doch auf der davor liegenden Schäre der heilige Tempel von Tyros Stadtgott Melkart, über dessen Ruinen im 13. Jahrhundert ein Turm gebaut wurde. Diesen verwandelte man 1918 in einen Leuchtturm, der von Don Antonio Beltrán Vega und später von seinem Sohn Don Serafín Beltrán Valladares über Jahrzehnte in Takt gehalten wurde.

Sancti Petri nimmt langsam neue Formen an

Durch die Almadraba-Krise von 1970 und der Schließung der einstigen Thunfischfabrik begannen der Wegzug und der Zerfall des Dorfes. Nach vielen Jahren des Stillstandes, der Unsicherheit über den kompletten Abriss, welcher teils begonnen hatte und Spuren hinterließ, scheint die Ortschaft an Antriebskraft zu gewinnen. Nicht nur die Kirche wurde wieder hergerichtet und ist in Betrieb, auch Schmutz wurde beseitigt und einige Häuser haben sich herausgeputzt und Wände mit Fischmotiven bemalt.

Sancti-Petri-03Seit Tagen sind die Straßen aufgebrochen, neue Abwasserleitungen werden verlegt und ausgebaut, ein Projekt das von dem städtischen Unternehmen Chiclana Natural mit 176.000€ finanziert wird. Der Plan schließt den Bau und die Sanierung von Vorflutern, Kontrollschächten und Wasserzuleitungen mit ein. Eine Infrastruktur, die aktuellen Gaststättenbetreibern und Bewohner zugutekommt, aber auch als Signal für die Zukunft der Ortschaft steht. Insgesamt einen Monat werden die Bauarbeiten in Anspruch nehmen.

Das Haus des Leuchtturmwärters

Doch das ist nicht alles! Wer lange Zeit das Dorf nicht umrundet hat, wird überrascht sein, wenn er das Haus des Leuchtturmwärters in einer neuen Gestalt vorfindet. Es ist das Haus mit der besten Aussicht. Zum Einen kann der Blick auf den Strand “Playa del Castillo” von San Fernando genossen werden, den Sporthafen und Sancti Petri Kanal und zum Anderen der Naturpark von der Bucht von Cádiz. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es bald ein Restaurant beherbergen soll. Ebenso entsteht ein Informationszentrum, welches über die Geschichte des Dorfes und den Tempel von Melkart informiert sowie über eine Catering-Ausrüstung und Arbeitstagungsraum verfügen wird.

Die touristische Betreibung des Gebäudes wurde Anfang 2015 von der Hafenbehörde der Bucht von Cádiz (APBC) öffentlich ausgeschrieben, stieß jedoch auf kein Interesse, sodass die Ausschreibung eingestellt wurde. Erst im Mai 2015 ist der Fall wieder aufgerollt worden, als das Unternehmen aus Chiclana “Alojamientos Oasis” ein Projekt für die Betreibung des Hauses präsentierte. Letztendlich erhielt das Unternehmen das Zugeständnis zur Ausübung des Gewerbes.

Insgesamt beinhaltet die Lizenz von 10 Jahren eine Fläche von 433 m², von denen 183 m² zum Hauptkomplex gehören, den zukünftigen Wänden des Restaurants und 71 m² zum Nebenkomplex, dem neuen Informationszentrum. Hinzu kommt ein Innenhof von  177 m² und eine Terrasse mit 93 m² Freifläche. Das Projekt impliziert dabei einen respektvollen Umgang mit dem alten Gebäude und nur geringfügige Veränderungen, um die neuen Anwendungen dem Haus anzupassen. Die Form und Anordnung des Innenhofes wurde dabei nicht verändert.

Hervorzuheben ist das Konzept des Bauverfahrens, welches auf Nachhaltigkeit, geringer Umweltbelastung und verbesserter Energieeffizienz beruht. So wird nicht nur natürliches Baumaterial verwendet, sondern auch energiesparsame Beleuchtung. Auf Wärmerückgewinnung und niedrige CO2 Emissionsbelastung wird ebenfalls geachtet.

Freuen wir uns auf den neuen Anziehungspunkt der Ortschaft von Sancti Petri!

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